Berichte / Aktuelles

08.12.2016
Bedarf an Betreuungen steigt: Ehrenamtliche gesucht!

„Durch die Zunahme des Lebensalters und die damit einhergehenden häufiger auftretenden Demenzerkrankungen nimmt die Anzahl der rechtlichen Betreuungen zu“, beschreibt Michael Bruns, Leiter des Betreuungsverein Rhein-Sieg e. V. die derzeitige Entwicklung. Vor diesem Hintergrund hat der Kooperationspartner des ASB Bonn/Rhein-Sieg/Eifel e. V. zwei neue Mitarbeiterinnen eingestellt, die Sozialarbeit studiert haben und über das notwendige Grundwissen bezüglich des Sozialgesetzbuches verfügen. „Beide sind auch sozial engagiert“, lobt Bruns Ulrike Doerr-Bail und Meike Köster, die vorher in anderen sozialen Bereichen tätig waren.

Ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer werden gebraucht

Nun sieht sich der Betreuungsverein Rhein-Sieg e. V. auch noch besser in der Lage, neue ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer zu begleiten, denn diese werden dringend gebraucht. Bundesweit werden etwa 75 Prozent aller Betreuungen von Angehörigen und sozial engagierten Bürgern als ehrenamtliche Betreuer übernommen. Dies ist vom Gesetzgeber gewünscht. Auch interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich, nebenberuflich oder wenn sie in Rente sind, als ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer engagieren Ehrenamtliche Betreuer werden für ihre Tätigkeit nicht bezahlt. Die Eignung zum Betreuer wird vom Gericht festgestellt. Interessierte werden beim Betreuungsverein Rhein-Sieg e. V. im Vorfeld beraten, dann eingearbeitet und fortgebildet. Menschen, die sich vorstellen können, ein solches wichtiges Amt zu übernehmen, bittet der Betreuungsverein Rhein-Sieg e. V. sich bei ihm zu melden.

Kontakt Michael Bruns Telefon: 02241/8707-70 E-Mail: info@betreuungsverein.eu


Text: Dorothee Mennicken, KLARTEXT

21.08.2015
Betreuungsverein Rhein-Sieg-Kreis e. V. organisiert umfassende Hilfe für betreuten Mann

Lukas K. ist nach zwei Schlaganfällen halbseitig gelähmt. Nach Krankenhausaufenthalt und Kurzzeitpflege war er an einen Rollstuhl gebunden, sodass er nicht mehr in seine bisherige Wohnung zurück konnte. Vieles sprach für eine Unterbringung in einem Pflegeheim, doch das wollte der 55-Jährige auf keinen Fall.

Da Lukas P. aufgrund einer psychischen Erkrankung eine rechtliche Beteuerung bekommen hat, machte sich Lisa Niebler vom Betreuungsverein Rhein-Sieg-Kreis e. V. auf und suchte nach alternativen Lösungen. Sie fand eine passende barrierefreie Wohnung in welcher er durch das ambulant Betreute Wohnen des ASB Bonn/Rhein-Sieg/Eifel e. V. unterstützt wird. Dann ging die Betreuerin zum Sozialamt. Gemeinsam organisierte man eine Betreuung mit Pflegedienst, Mobilen Sozialen Dienst, Hauswirtschaftshilfe, Hausnotruf und Menüservice vom ASB und dem regelmäßigen Besuch von Logo- und Ergotherapeuten. Um alle rechtlichen Belange kümmern sich weiter Lisa Niebler und der Betreuungsverein Rhein-Sieg-Kreis e. V.

Rundum gut unterstützt kann Lukas P. nun doch so weit eigenständig wie möglich allein in seiner neuen Wohnung leben. Lisa Niebler erklärt: „Wenn man alle Hilfen organisiert, die hier bei uns möglich sind, dann können Heimaufenthalte vermieden werden und die Klienten sind meistens sehr froh über eine solche Lösung.“ Lukas P. jedenfalls ist es - dank eines vernetzten Zusammenspiels aller vorhandenen Möglichkeiten.


Text: Dorothee Mennicken, KLARTEXT

14.08.2015
Betreuungsverein Rhein-Sieg-Kreis e. V. berät zu Patientenverfügung
Infoveranstaltungen
© weseetheworld - Fotolia.com

Karoline M. ist suchtkrank und wird schon längere Zeit von einer Betreuerin des Betreuungsvereins Rhein-Sieg-Kreis e. V. unterstützt. Als die Vierzigjährige wegen eines Tumors am Kopf operiert werden musste, war für sie klar: Ich brauche eine Patientenverfügung, denn ich will selbst bestimmen, was mit mir gemacht wird, wenn bei der Operation etwas schief geht.

Leo P. ist Ende 20. Für ein halbes Jahr wird der Berufssoldat in den Irak gehen. Als er von der Stationierung erfuhr, kümmerte er sich gleich um eine Patientenverfügung. Er will vorsorgen, denn bei einem solchen Aufenthalt in einem Krisen- und Kriegsgebiet kann immer etwas passieren. Seine Familie und seine Freundin sollen wissen, was er möchte, falls er schwer verletzt wird und sich nicht mehr selbst äußern kann.

Zwei Beispiele für Lebenssituationen, die deutlich machen, wie wichtig und sinnvoll die Formulierung einer Patientenverfügung ist. Hier können Sie festlegen, wie Sie medizinisch versorgt werden möchten, wenn Sie dies nicht mehr selbst entscheiden können. Damit erleichtern Sie Ärzten und Angehörigen schwierige Entscheidungen, die auch Leben und Sterben betreffen können. Sie bestimmen selbst, wie Sie behandelt werden wollen und was sie ausschließen möchten: Zum Beispiel, wann und ob Sie wiederbelebt oder künstlich beatmet werden wollen.

Der Betreuungsverein Rhein-Sieg-Kreis e. V. bietet regelmäßig kostenlose Informationsveranstaltungen zum Thema Patientenverfügung an. Gerne berät er auch individuell in einem persönlichen Gespräch nach Terminvereinbarung.

Kontakt:

Telefon: 02241 / 87 07 -70
Fax: 02241 / 87 07 -71
E-Mail: info@betreuungsverein.eu


Text: Dorothee Mennicken, KLARTEXT

Kostenlose Sprechstunden der Arbeitsgemeinschaft der Betreuungsvereine im Rhein-Sieg-Kreis für ehrenamtliche Rechtliche BetreuerInnen

in Zusammenarbeit mit der Betreuungsbehörde des Rhein-Sieg-Kreises

Jeden 1. Donnerstag im Monat (Feiertage ausgenommen)
Kreishaus, Kaiser-Wilhelm-Platz 1, 53721 Siegburg, von 14:00 - 16:00 Uhr, Raum bitte an der Information erfragen.

Dienstag, den 08.09.2015 von 14:00 Uhr - 16:00 Uhr
Nebenstelle des Rhein-Sieg-Kreises, Grabenstraße 39, 53359 Rheinbach, Raum 1.05

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Sie haben eine ehrenamtliche Rechtliche Betreuung übernommen oder sind bevollmächtigt und ...
  • möchten sich über rechtliche Grundlagen informieren
  • haben Fragen zur Ausübung Ihrer Tätigkeit
  • möchten sich über konkrete Unterstützung und laufende Beratungs- und Fortbildungsangebote informieren
02.06.2014
Betreuungsverein Rhein-Sieg-Kreis unter neuer Leitung
Neuer Leiter des Betreuungsvereins: Michael Bruns
Foto: Privat

Michael Bruns ist seit 1. Juni 2014 der neue Leiter des Betreuungsvereins Rhein-Sieg-Kreis e. V. Der 51-jährige Diplom-Pädagoge, Berater und Trainer tritt seinen neuen Verantwortungsbereich mit klaren Zielen an. „Ich sehe als Hauptaufgaben des Betreuungsvereins die Information, Aufklärung und Unterstützung dort, wo sie gefordert und gewünscht wird. In meinem Verständnis ist der Betreuungsverein eine wichtige Schnittstelle zwischen Klienten, Ämtern und anderen beteiligten Organisationen“ erläutert er und fügt hinzu: „Das gelingt am besten, wenn unsere Arbeit von einem Dienstleistungsverständnis und einem hohen Grad an Professionalität, Einsatz für die Betreuten und Lösungsorientierung geprägt ist.“

Michael Bruns kann auf fast 30 Jahre Berufserfahrung zurückblicken. Begonnen hat er seine Laufbahn als Erzieher in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Neben seinem Studium der Pädagogik waren es Tätigkeiten als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut der Deutschen Wirtschaft und als Personalreferent bei einer großen Krankenversicherung, die ihn geprägt haben. Mit seiner neuen Tätigkeit beim Betreuungsverein Rhein-Sieg-Kreis e. V. verbindet er den Wunsch, sich auch beruflich wieder verstärkt im sozialen Bereich zu engagieren.

Jana Schwindt-Bohn, Geschäftsführerin des Betreuungsvereins freut sich schon auf die Zusammenarbeit: „Uns verbindet der Gedanke, mit unserer Arbeit Menschen, die Hilfe benötigen, tatkräftig zu unterstützen. Der Betreuungsverein Rhein-Sieg e. V. betreut zurzeit 150 Klienten. Dafür brauchen wir eine erfahrene fachlich kompetente Leitung, die wir mit Michael Bruns gefunden haben.“

Kontakt:

Michael Bruns
Telefon: 02241 / 87 07 -70
Fax: 02241 / 87 07 -71
E-Mail: bruns@betreuungsverein.eu


Bild: BV/M. Bruns
Text: Dorothee Mennicken, KLARTEXT

23.05.2014
Unterstützung statt Bevormundung: das Verhältnis zwischen Klienten und Betreuer
Unterstützung statt Bevormundung
Foto: ASB/B. Bechtloff

Carina K. ist 53 Jahre alt und seit über zehn Jahren wegen psychischer Probleme und einer chronischen Lungenerkrankung arbeitslos. Bis vor zwei Jahren hat sie ihre Tage meist vor dem Fernseher verbracht, ging oft nur vor die Tür, um das Nötigste einzukaufen. Häufig fiel es ihr schwer, die von der Agentur für Arbeit geforderten Bewerbungen zu schreiben oder notwendige Arzttermine zu vereinbaren.

Schließlich beantragte ihr Bruder eine Betreuung für sie, weil er das Gefühl hatte, allein kommt Carina K. nicht mehr zurecht. Nun hat sie mit Ulrike M. eine Betreuerin vom Betreuungsverein Rhein-Sieg an ihrer Seite. Ulrike M. ist seit fünf Jahren im Einsatz für Menschen, die Schwierigkeiten haben, allein ihren Alltag zu bewältigen. Sie besprach zunächst einmal die Angelegenheiten mit Carina K, die dringend waren: die Mahnungen von unbezahlten Rechnungen, den Termin bei der Agentur für Arbeit, die notwendige Untersuchung beim Arzt. Sie begleitete Carina K. dorthin, half ihr beim Ausfüllen der Formulare und fragte nach ihren Wünschen zu einer Freizeitgestaltung, die nicht nur aus Fernsehen besteht.

Ulrike M. schlug vor, dass Carina K. einmal ein offenes Café für psychisch kranke Menschen besuchen oder sich einem Gesprächskreis von langzeitarbeitslosen Menschen anschließen könnte. Doch Carina K, die froh ist, dass Ulrike M. ihr bei den Ämtergängen hilft und auch seit der Einrichtung der Betreuung viel besser mit ihrem Geld auskommt, will davon nichts wissen. „Da kann man nichts machen“, kommentiert Ulrike M. dieses Verhalten, „es ist zwar nicht gut für sie, soviel allein zu sein, aber ich kann und will sie ja nicht zwingen.“ Nicht immer wollen die Klienten das, was vielleicht gut für sie wäre, aber es ist ihr Leben und ihre freie Entscheidung. Ein Betreuer muss dass aushalten können.

Das war früher anders: Bis 1991 hieß das Ganze noch Entmündigung. Wenn ein Mensch psychisch schwer krank war, eine Behinderung hatte oder ein Suchtproblem, konnte ihm ein Gericht gegen seinen Willen einen Vormund an die Seite stellen. Dieser entschied und die Entmündigten mussten sich fügen. Das ist heute anders: Eine Betreuung bedeutet, dass der freie Wille des Betreuten hoch geachtet wird. Es geschieht nichts gegen den Willen des Klienten. Ausnahmen bilden nur solche Situationen, in denen sie sich oder andere gefährden.

Für die Betreuerinnen und Betreuer ist das eine hohe Anforderung. Denn manchmal kommt es auch zu schwierigen Situationen, wenn etwa ein Drogensüchtiger sein letztes Geld für Nachschub ausgibt und den Rest des Monats kein Geld mehr für Lebensmittel hat. Oder wenn Vereinsamung droht, wie im Fall von Carina K. Doch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Betreuungsvereins Rhein-Sieg sind darin geschult, mit solchen Erfahrungen umzugehen. Regelmäßige Gespräche im Kollegenkreis und Supervisionen helfen dabei. Vor allem aber die gemeinsame Überzeugung: Betreuung heißt Unterstützung, nicht Bevormundung. Manchmal ist eben die freie Entscheidung eines Klienten nicht die Richtige. Aber das muss eben auch schon einmal sein.

Wenn Sie sich rund um das Thema Betreuung beraten lassen wollen, kontaktieren Sie uns. Wir freuen uns auf Sie!

Kontakt:

Telefon: 02241 / 87 07 -70
Fax: 02241 / 87 07 -71
E-Mail: info@betreuungsverein.eu


Text: Dorothee Mennicken, KLARTEXT

05.04.2013
Großes Interesse an den Themen Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung
Informationsveranstaltung zum Betreuungsrecht - Bild 1

Wie kann ich für die Zeit vorsorgen, in der ich vielleicht nicht mehr allein entscheiden kann, wie ich medizinisch versorgt werde? Wen möchte ich als meine Vertrauensperson festlegen für den Fall, dass ich nicht mehr in der Lage bin, für mich selbst zu sorgen?

Mehr als 120 Menschen wollten Antworten auf diese Fragen hören. Sie waren im März in den Himmeroder Hof in Rheinbach gekommen, um sich auf Einladung des Seniorenbeauftragten der Stadt vom Betreuungsverein im Rhein-Sieg-Kreis über die Themen Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung informieren zu lassen. Referent Wilfried Buchheister, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Betreuungsvereins, erläuterte die Möglichkeiten mit diesen Dokumenten vorzusorgen. Eine Vorsorgevollmacht kann beispielsweise eine Betreuung vermeiden, weil sie Ehepartner oder Kinder in die Lage versetzt, für den Betroffenen zu handeln. Mit einer Patientenverfügung kann man selbst bestimmen, wie man im Ernstfall medizinisch behandelt werden möchte, etwa ob man lebensverlängernde Maßnahmen wünscht oder nicht. Die Festlegungen in einer Patientenverfügung sind für Ärzte bindend.

Der Betreuungsverein Rhein-Sieg-Kreis informiert regelmäßig zu den drei Themen und bietet außerdem individuelle Beratungstermine an.

Kontakt:

Betreuungsverein Rhein-Sieg-Kreis
Kasinostraße 2, 53840 Troisdorf
Telefon: 02241 / 87 07 -70
Fax: 02241 / 87 07 -71
E-Mail: info@betreuungsverein.eu
Beratungstermine nach telefonischer Vereinbarung

Weitere Bilder:

Informationsveranstaltung zum Betreuungsrecht - Bild 2 Informationsveranstaltung zum Betreuungsrecht - Bild 3
(Zum vergrößern anklicken)


Bilder: Betreuungsverein
Text: Dorothee Mennicken, KLARTEXT


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