Betreuung

Betreuer

Jeder Mensch kann durch Unfall, Krankheit, seelische Krisen oder Alter in die Lage kommen, seine Angelegenheiten dauerhaft oder vorübergehend nicht mehr eigenständig regeln zu können. In diesem Fall nimmt der Staat seine Fürsorgepflicht für Person und Vermögen dieses Menschen wahr, in dem er eine Betreuung verfügt. Rund 1,3 Millionen Bundesbürger werden aktuell durch eine bestellte Person betreut.

Was bedeutet Betreuung?

1992 trat das neue Betreuungsrecht nach § 1896 BGB in Kraft. Es ersetzt das bis dahin gültige Vormundschaftsrecht. Seitdem mehrfach reformiert, brachte das Betreuungsgesetz rechtlich betreuten Menschen in eine veränderte Situation. Das Gesetz setzt eine Auffassung durch, die die Entrechtung von Betroffenen in Verhältnis zur Gesetzgebung in der Vergangenheit stark verringerte. Es geht heute nicht mehr um die Entmündigung eines Menschen, der manche Dinge nicht mehr allein organisieren kann, sondern um seine Unterstützung.

Bei der Betreuung handelt es sich um die staatliche Fürsorge für Person und Vermögen von Menschen, die aufgrund von Krankheit oder Behinderung Beistand bei der Erledigung und Verwaltung ihre Angelegenheiten benötigen.

Voraussetzungen für eine Betreuung sind:

  • psychische Krankheiten
  • geistige oder seelische Behinderungen
  • körperliche Behinderungen

Betreuung bedeutet, dass für eine volljährige Person ein Betreuer bestellt wird, der in einem genau festgelegten Umfang für sie handelt. Das heißt, eine Betreuung kann sich zum Beispiel nur auf die Verwaltung der Finanzen oder nur auf Entscheidungen zu gesundheitlichen Maßnahmen beziehen. Das Selbstbestimmungsrecht des betroffenen Menschen soll dabei weitgehend bewahrt werden, soweit dies möglich und seinem Wohlergehen zuträglich ist. Seine Wünsche sind in diesem Rahmen zu beachten und von großem Gewicht.

Wie kommt es zu einer Betreuung?

Eine rechtliche Betreuung wird durch das örtliche Amtsgericht veranlasst. In die Wege geleitet wird sie durch einen Antrag des Betroffenen selbst oder eine Mitteilung von Angehörigen, Nachbarn, Freunden, Ärzten oder sozialen Institutionen.

Für Menschen mit körperlicher Behinderung darf eine Betreuung, solange sie ihren eigenen Willen noch bekunden können, nur auf dessen eigenen Antrag gestellt werden. Dann prüft das Amtsgericht den Sachverhalt, in dem es mit dem Betroffenen und anderen Beteiligten spricht, eventuell auch Gutachten einholt. Abschließend wird ein Betreuer ernannt und festgelegt, für welche Aufgaben er handlungsbefugt ist.

Eine Betreuung wird in der Regel nur für einen bestimmten Zeitraum eingerichtet. Dies kann von einem halben Jahr bis max. sieben Jahren der Fall sein. Spätestens nach sieben Jahren prüft das Betreuungsgericht, ob eine Betreuung weiterhin sinnvoll ist. Betreuungen können – auf Anregung des Betroffenen oder des Betreuers – jederzeit wieder aufgehoben werden.

FAQ - Rechtliche Betreuung

Nein. 1992 würde das Vormundschaftsgesetz für Volljährige reformiert. Die Betreuung wird nun über das Betreuungsgesetzt geregelt. Der Betreuer übernimmt die Aufgaben nur in den Aufgabenbereichen (siehe unten), in denen der Betreute Hilfe benötigt. In besonderen Fällen kann ein Betreuter einen Einwilligungsvorbehalt in einzelnen Aufgabenbereichen bekommen. Dies ist jedoch nur dann der Fall, wenn eine Eigengefahr besteht. Im Falle eines Einwilligungsvorbehaltes ist der Betreute auf die Erlaubnis seines Betreuers angewiesen. Dies wird häufig bei finanziellen Angelegenheiten verwendet. So kann beispielsweise sichergestellt werden, dass die Rechnungen des Betreuten gezahlt werden und auch am Ende des Montags noch Geld für den Lebensunterhalt verfügbar ist.

Hat der Betreute Kapital unter 2.600 € wird eine Betreuung aus Steuergeldern finanziert. Liegen finanzielle Mittel, Eigenkapital, etc. über diesem Freibetrag, muss der Betreute die Betreuung selbst finanzieren.

Zum 01.07.2014 hat sich dann Betreuungsgesetz geändert. Die Anregung einer Betreuung läuft über die Betreuungsbehörden. Bestellt werden rechtliche Betreuer dann über das jeweilige Betreuungsgericht, einem Bereich des Amtsgerichts.

Die Voraussetzungen für die Einrichtung einer Rechtlichen Betreuung sind in § 1896 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) geregelt. Grundlage für eine rechtliche Betreuung ist immer eine ärztliche Diagnose mit dem Ergebnis einer psychischen Krankheit und/oder eine körperliche, geistige oder seelische Behinderung. Sie muss dazu führen, dass der Betroffene sich nicht mehr ausreichend um die Regelung seiner rechtlichen Angelegenheiten kümmern kann. Das können z.B. sein: der Abschluss eines Vertrages, die Beantragung von Sozialleistungen oder eine Entscheidung über eine medizinische Behandlung.

Der Betreuer erhält nur für die Bereiche Vertretungsrechte, die der Betroffene nicht mehr selbst regeln kann. Das bedeutet: Alles, was ein Betroffener eigenständig erledigen kann, kann nicht zum Aufgabenkreis eines Betreuers gehören. Die Aufgabenkreise des Betreuers werden auf das Notwendige beschränkt. Ziel einer Betreuung ist es immer, dass der Betreute so verselbstständigt wird, dass die Betreuung aufgehoben werden kann.

Das Betreuungsgericht benennt hierzu konkrete Aufgabenkreise (z.B. finanzielle Angelegenheiten, Gesundheitssorge, Aufenthaltsbestimmung, Behördenangelegenheiten, Empfangen und Öffnen der Post, etc.). Ein Betreuer entscheidet im Rahmen seiner Aufgabenkreise und unter Beachtung der Wünsche des Betreuten eigenverantwortlich. Besonders schwerwiegenden Entscheidungen müssen durch das Gericht genehmigt werden.

Alle Betreuer werden direkt durch das Betreuungsgericht kontrolliert. Einmal jährlich muss jeder Betreuer ausführlich über seine Tätigkeit berichten, ggf. Rechnung legen und bei schwerwiegenden Entscheidungen die betreuungsgerichtliche Genehmigung einholen.

Das Ehrenamt der Betreuung kann sowohl eine lebensbereichernde Herausforderung als auch eine sinnvolle Freizeitgestaltung sein. Trotz unterschiedlicher Lebenssituationen der betreuten Menschen reichen meist Lebenserfahrung, Einfühlungsvermögen und die Bereitschaft, sich neues Wissen anzueignen, aus, um ehrenamtlicher Betreuer zu werden. Mit wenig Zeit kann einem anderem persönliche Begleitung und Unterstützung gegeben werden.


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